Das Geheimnis der Partisanen-Tora

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Das Geheimnis der Partisanen-Tora

Art.Nr.: 978-3-9812497-0-5
Beschreibung

Das Geheimnis der Partisanen-Tora
Eine theologische Kriminalgeschichte
von Dankwart Paul Zeller

Mit einem Vorwort von Prof. Dr. Karl-Josef Kuschel

Die Geschichte beginnt 1630 in Venedig, wo gerade die Pest gewütet hat. Jeder Dritte wurde ihr Opfer. Und dann war es plötzlich vorbei. Zum Dank für dieses »Wunder« wurde die Kirche Santa Maria della Salute gebaut.
Im Mai 1949 steht der Theologiestudent Theophil Böttcher ergriffen davor. Wie oft hatte ihm in den düsteren Nächten im sibirischen Lager Workuta der Kunsthistoriker und Leidensgenosse Pfäfflin aus Württemberg davon vorgeschwärmt. Verzaubert durchstreift er die sonnige Stadt und entdeckt dabei auch den Campo del Ghetto nuovo, den früheren Wohnort der Juden. Warum hatte Pfäfflin diesen nie erwähnt?
Nach Rückkehr von seiner ersten Reise nach Krieg und Gefangenschaft, wird Böttcher Pfarrer in Tübingen, dem Dekanat von Ludwig Erler. Dank der Perestroika wird eine Städtepartnerschaft möglich zwischen dem schwäbischen Tübingen und dem russischen Petrosawodsk. Die dortige jüdische Gemeinde braucht eine Tora. Unterstützt von Erler und mit Hilfe eines Toraschreibers in London kann Böttcher eine restaurierte Rolle vermitteln. Bei der Übergabe entdeckt er am Holzteller der Tora seltsame eingeritzte Zeichen. Er ahnt, dass sie auf ihre Herkunft  verweisen. Es wird ein abenteuerlicher Weg bis er ihr Geheimnis lüftet.

14,50 EUR
inkl. 7 % MwSt. exkl.

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Details zum Produkt

Eine in großen Teilen wahre Geschichte. Einge Geschichte über Krieg und Versöhnung.

Lesprobe

Brief aus Venedig
von Mascha Kaléko

Venedig gilt als Ziel der Hochzeitsreise.
Ganz solo fühlt man sich hierorts als Waise.
Die kleinste Gondel hat für Zweie Platz.
Und ›Baedeker‹ ist schwerlich ein Ersatz ...

Im Markusdom und anderswo erkennt
Sogar der Laie frühen Orient;
Byzanz, Judäa, Griechenland, archaisch…
Mir scheint so manches Mosaik mosaisch.


In Santa Maria della Salute
Hingegen war mir katholisch zumute.
Doch über dem Weihrauch und über den Messen
Hab ich jenes alte Warum nicht vergessen:
- Warum nur, wenn alle Maria vergöttern,
Verfolgt man Mariens judäische Vettern?

Statt Antwort kam Geläut der Versperglocken,
Gemischt mit gregorianischem Choral.
Und auf der Brücke über dem Kanal,
Im Ghettoschatten sah ich Shylock hocken.

...

DAS ENDE  DER SCHWARZEN PEST
1630
I
Seit einer Stunde steht Nicolo Contarini auf dem kleinen Balkon des Palazzo Ducale, das frisch gestärkte Mundtuch unter das Kinn geschoben, diesen schwachen Schutz gegen die Erreger der Pest. Müde und wie zum Standbild erstarrt blickt der Doge auf das unbelebte Pflaster der Piazza, das nach dem kurzen Regenschauer im Abendlicht glitzert wie ein rötlich flimmernder See, dessen Ufer von den unge­zählten Arkaden am Nord- und Südrand durchbrochen scheint. Er kann sich nicht lösen von den höllischen Bildern, die in den zwei Jahren gerahmt waren vom Riesenquadrat des Platzes, von dem die engen Häuserschluchten sich abzweigen in die Parochien und Sestieren der Lagunenstadt.
»Oh Madonna!« Jeden Morgen, wenn sich der Himmel über den Inseln im Osten gerötet, wenn der Schlaf ihn geflohen hatte, wenn er beim dumpfen Frühgeläut vom Campanile ans Fenster trat zum Morgen­gebet, zum Ave Maria und Vaterunser, dann war auch die Piazza er­wacht. Aber das geschäftige Treiben, auf das er geschaut hatte, das hastige Geläufe war nicht dem Leben gewidmet. Das früher so frohe Gerufe und Hantieren der Händler und Marktleute, das Kommen und Gehen der ersten Käufer und später am Tag die Spiele der Komödian­ten und Musikanten - sie waren dem stummen und eiligen Dienst am Altar des schwarzen Todes gewichen. Schnellen Schrittes, als wolle man dem raffenden Jäger entkommen, in wehenden Mänteln, mit selbst ge­nähten Schutzmasken im Gesicht, liefen sie, die vom Rat der Stadt be­stallten Gehilfen, hetzten mit ihren Tragbahren in die Wohnquartiere von Haus zu Haus, von Tor zu Tür, um die dort abgelegten, in der Nacht Gestorbenen wie Erntegarben an den Rand der Piazza zu legen.
Zwischen den Hin- und Rückeilenden hatte er immer wieder - welch absurdes Bild - den Dottore Roberto Gardini entdeckt, wie er hastend, im knöchellangen schwarzen Mantel, das Gesicht mit der schnabelarti­gen weißen Pestmaske bedeckt, zu den eingewickelten Körpern ging, um sich von ihrem Tod zu überzeugen.
Auch die höchste Flut des acqua alta wird diese Bilder nicht löschen können: Wie die schwer schuftenden Träger ihre Lasten herausschleppten aus der gefährlichen Enge der Gassen und sie aufhäuften am Rand der Piazza, weil die Fuhrleute der Schinderkarren nicht nachkamen, nicht mitkamen mit dem rasenden Schnitter. Es waren oft Hunderte an einem Tag, die bis zum Dunkelwerden wegzukarren waren. Fast jeder Dritte der 160.000 Venezianer war dem Tyrannen zum Opfer gefallen.
Und nun diese Wende, dieses Wunder! Die leere, vom Regen gereinigte Piazza San Marco, auf die sich noch keiner der Bewohner aus den Häusern hinaustraut, dieser riesige Freilichtsaal der Bürger - wie von Zauberhand befreit von den Insignien der Hölle! Die letzten an den Arkaden gestapelten Menschenleiber waren zur Mittagszeit weggefah­ren worden. Maria benedetta! Dein Wunder ist es, dass der Alp vor­über, der Höllenschlund verschlossen ist, rätselhaft plötzlich, wie auf himmlischen Befehl.
Vor einer Stunde ist der Dottore gegangen. Er war in den dunkel ge­täfelten Saal gestürmt ohne anzuklopfen: »Don Nicolo, es ist vorbei! Maria sei Dank - der Pestteufel hat sich ausgetobt ...« Heftig atmend war er in der Mitte des Saales stehen geblieben:
»Zwölf Stunden haben wir alle Straßen und Plätze durchsucht, haben unser Kommen ausrufen lassen und um Meldung gebeten, und wir fanden keinen mehr, der mit dem Tode ringt. Doge! Wir fanden keinen Toten mehr am heutigen Tag.
...

 

 

 

 


Material

143 Seiten, Taschenbuch, Cover mit Bild der Synagoge Ghetto Nuovo Venedig


Weitere Bilder

Das Geheimnis der Partisanen-Tora

Für weitere Informationen, besuchen Sie bitte die Homepage zu diesem Artikel.


Diesen Artikel haben wir am Wednesday, 16. December 2009 in unseren Katalog aufgenommen.


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